Wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, ist ein beeindruckendes Produktfoto mehr als tausend Website-Besuche wert. Auch wenn ich diese Aussage (noch) nicht mit Daten belegen kann, kann die Produktfotografie für deine E-Commerce-Website-Strategie äußerst wertvoll sein.

Um deine Zielgruppe zu erreichen, die am liebsten online einkauft, musst du ihr auch klare, auffällige Fotos deiner Produkte bieten.

Aber Produktfotografie ist nicht so einfach wie das Zeigen und Schießen. Selbst für die einfachsten Produkte brauchst du die richtige Ausrüstung, die richtige Beleuchtung und den richtigen Platz, um schöne Bilder zu machen, die die Käuferinnen und Käufer schon auf der Kaufseite überzeugen.

6 Produktfotografie-Tipps für verkaufsstarke Bilder

Hier sind die Tipps, Beispiele und Hilfsmittel, die du brauchst, um deine Produkte so zu fotografieren und zu vermarkten, dass deine Besucher und potenziellen Kunden sie kaufen wollen.

1. Hab keine Angst, die Kamera deines Smartphones zu benutzen.

An dieser Stelle soll ich dich eigentlich davon überzeugen, in eine High-End-Kamera mit 50 Megapixeln (MP) und einem 100-Millimeter-Objektiv zum Aufschrauben zu investieren. Aber das werde ich nicht tun.

Wenn du bereits eine Kamera besitzt, auf die diese Beschreibung passt, dann nutze sie. Aber für viele Produkte ist es völlig akzeptabel, Produktfotos mit einem Smartphone zu machen.

Neuere Smartphones verfügen über leistungsstarke Kameraobjektive und Einstellungen, mit denen du deine Aufnahmen für die verschiedenen Lichtverhältnisse und Umgebungen, in denen du fotografierst, optimieren kannst.

2. Fotografiere mit einem Stativ, damit deine Fotos einheitlich sind.

Bevor ich die Stative erkläre, muss ich mit einer Grundregel beginnen: Stütze dein Handy nicht gegen etwas Stabiles, um dein Objektiv auf das Motiv zu richten.

Es ist einfach zu leicht, dass dieses Provisorium während der Aufnahme verrutscht und zu Unstimmigkeiten im Aussehen deiner Fotos führt. Wenn du deine Kamera z. B. auf einen Bücherstapel legst, solltest du darauf achten, dass sich die Position während der Aufnahme nicht ändert.

Es kann nicht schaden, die Kamera selbst zu halten, wenn du nur ein paar Produktfotos für deine E-Commerce-Website machst. Aber wenn dein Unternehmen wächst und du mehr Produkte fotografierst, kann es schwierig sein, die Ausrichtung des Produkts auf jedem Foto zu vereinheitlichen, wenn du die Kamera in der Hand hältst.

Um die Einheitlichkeit deiner Produkte zu gewährleisten, brauchst du ein Stativ. Zum Glück ist die Anschaffung eines solchen Stativs nicht mehr die große, industrielle Investition, die es früher einmal war.

Hier sind zwei Arten von Stativen, die du in Betracht ziehen solltest.

Traditionell vs. Flexibel

Das ist ein traditionelles Stativ – es gibt traditionelle Stative sowohl für Kameras als auch für Smartphones.

Ein flexibles Stativ kann auf verschiedene Weise manipuliert werden. Du kannst die Beine biegen und es auf verschiedene Oberflächen stellen, um den gewünschten Winkel zu erhalten.

Mobiler Griff

An der Oberseite deines Stativs befindet sich oft eine Schraube, mit der du deine Kamera befestigen kannst. Die Unterseite der meisten Profikameras hat ein Schraubenloch für diesen Zweck, aber Smartphones können den folgenden Adapter verwenden:

Der Adapter greift die Seiten deines Smartphones und kann in beide Stativtypen geschraubt werden, so dass du die Kamerabedienelemente bedienen kannst, während der Bildschirm des Telefons nach außen und zu dir zeigt.

Wenn du herausgefunden hast, welche Halterung du brauchst, stellst du sie vor deinem Produkt auf und überlegst dir, ob du drei Stücke Klebeband auf den Boden klebst, um zu markieren, wo du jedes Bein deines Stativs während des Drehs halten möchtest.

3. Entscheide dich für natürliches Licht oder Kunstlicht.

Unterschätze nie, wie bestimmte Lichtarten deine Produktfotografie verbessern (oder behindern) können. Vergiss nicht, dass Käufer/innen einen Artikel am besten in natura betrachten können, wo sie alles sehen können, was sie vor dem Kauf wissen müssen. Die richtige Beleuchtung hilft dir, die entscheidungsrelevanten Produktmerkmale zu zeigen, wenn den Besuchern deiner Website nur ein Foto zur Verfügung steht.

Eine bestimmte Beleuchtungsanordnung eignet sich nicht für jedes Produkt – was bei einigen Produkten gut funktioniert, kann bei anderen das Aussehen beeinträchtigen.

Es gibt zwei Arten von Licht, die du als Hauptlichtquelle wählen kannst: natürliches und künstliches Licht.

Natürliches Licht

Natürliches Licht ist das Sonnenlicht – so einfach ist das. Es wird auch als „weiches Licht“ bezeichnet, weil die Sonne einen größeren, weicheren Bereich des Lichts abstrahlt als eine Lampe, die direkt auf das Produkt scheint. E-Commerce-Produktaufnahmen gedeihen bei natürlichem Licht am besten, wenn:

  • Das Produkt wird im Freien fotografiert oder soll im Freien verwendet werden.
  • Das Produkt wird von einer Person benutzt, an ihr getragen oder mit ihr fotografiert (Menschen sehen bei natürlichem Licht besser aus).
  • Du versuchst, die Umgebung des Produkts zu betonen und nicht bestimmte Eigenschaften des Produkts.

Künstliches Licht

Zu künstlichem Licht gehören Kerzen, Feuer und, noch häufiger, Glühbirnen. Es wird auch als „hartes Licht“ bezeichnet, weil es eine kleinere, aber stärker gebündelte Lichtfläche erzeugt. Diese Art von Licht eignet sich für Produkte mit physischen Details, die hervorgehoben werden müssen, um einen Online-Käufer zu beeindrucken.

In der Regel solltest du dich auf eine Lichtart pro Foto beschränken – natürliches oder künstliches Licht. Wenn du natürliches Licht zu einem künstlich beleuchteten Foto hinzufügst, kann ein Produkt, das scharf aussehen soll, weicher werden, und wenn du künstliches Licht zu einem natürlich beleuchteten Foto hinzufügst, kann ein Produkt, das weich aussehen soll, schärfer werden. Du willst dir nicht selbst im Weg stehen.

4. Fülle dein Licht auf, um Schatten zu mildern.

Egal, ob du natürliches oder künstliches Licht verwendest, du musst die Schatten abmildern, die ein potenziell hartes Licht auf die andere Seite des Produkts wirft.

Es gibt drei Möglichkeiten, dies zu tun:

Aufhellendes Licht

Nimm eine andere, weniger intensive Lichtquelle hinzu, um dein Hauptlicht zu ergänzen. Dieses zusätzliche Licht wird Fülllicht genannt und dient als Gegengewicht, um den natürlichen Schatten, den dein Hauptlicht hinter einem Objekt erzeugt, abzuschwächen.

Platziere das Aufhelllicht gegenüber dem Hauptlicht, sodass sich dein Produkt zwischen beiden Lichtquellen befindet.

Blitzlicht Bounce Card

Eine Bounce Card oder Reflektorkarte ist eine kleine Karte, die das Hauptlicht auf die Oberfläche unter deinem Produkt „reflektiert“, um Schatten zu reduzieren.

Einige Bounce-Karten werden an der Blitzlampe einer professionellen Kamera befestigt, um das Licht des Kamerablitzes zu streuen. Diese Karte wirft ein weicheres Licht von oben auf das Motiv – statt direkt darauf – damit du keine langen Schatten hinter dem Objekt hast, das du fotografierst.

Eigenständige Bounce-Karte

Wenn du mit einem Smartphone fotografierst, ist eine Bounce-Karte keine Option, da du keinen physischen Blitz hast, an dem du sie befestigen kannst. Baue dir stattdessen eine eigene Bounce-Karte, die du gegenüber deiner Hauptlichtquelle aufstellst.

Für Anfänger in der Produktfotografie kann diese Bounce-Karte das Aufhelllicht ersetzen, das dem harten Licht des Kamerablitzes oder der Lampe entgegenwirkt, die auf die Vorderseite deines Produkts gerichtet ist.

5. Verwende einen Schwenk- oder Porträtmodus, um das Produkt zu betonen.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, dein Produkt, die Lichter und die Bounce-Karten zu positionieren – sie können sich je nach Hintergrund dramatisch verändern. Wähle den Hintergrund aber nicht danach aus, was am einfachsten zu erstellen ist. Der Hintergrund sollte so aussehen, wie deine Kunden dein Produkt wahrnehmen sollen, wenn sie es online betrachten.

Überlege zuerst, ob du einen weißen Hintergrund oder einen dynamischeren, realistischen Hintergrund möchtest. Es gibt für jede Variante eine einfache Möglichkeit, sie umzusetzen.

Weißer Hintergrund: Wischen

Bei weißen Hintergründen ist es nicht so einfach, einen Tisch vor einer weißen Trockenwand aufzustellen. Selbst Smartphone-Kameras können kleine Flecken auf einer weißen Wand erkennen, die du mit bloßem Auge nicht bemerken würdest. Um einen perfekten weißen Hintergrund ohne Ecken und Flecken aufzunehmen, verwende einen Sweep.

Ein Sweep ist ein großes, biegsames Blatt Papier, dessen Unterseite die Oberfläche unter deinem Produkt bildet und sich dann zu einer weißen Wand hinter dem Produkt wölbt.

Auf der Kamera ist die Wölbung des Sweeps unsichtbar, wodurch die wichtigsten Produktdetails hervorgehoben werden und das Produkt die ganze Aufmerksamkeit der Website-Besucher/innen auf sich ziehen kann.

Hintergrund in der realen Welt: Porträtmodus

Dynamische, reale Hintergründe sind sehr reizvoll, wenn du Produkte aufnimmst, die einen bestimmten Zweck erfüllen oder von einer Person modelliert werden – wie du auf dem Bild der Aktentasche weiter oben in diesem Leitfaden gesehen hast.

Allerdings kann ein realistischer Hintergrund leicht den Fokus des Fotos stehlen, sodass nicht klar wird, welchen Artikel du auf dem Foto eigentlich verkaufst.

Verleihe deinem Produkt mit dem Porträtmodus, einer Bildeinstellung der meisten professionellen Kameras und auch auf vielen neuen Smartphones verfügbar, Tiefe und Nachdruck. Mit dieser Einstellung wird der Hintergrund unscharf, sodass der Kontext des Produkts deutlich wird, aber nicht mit dem Produkt selbst konkurriert.

6. Nimm eine Vielzahl von Bildern auf.

Mein letzter E-Commerce-Fototipp für dich ist, dass du dich nicht auf ein Foto pro Produkt beschränken solltest. Genauso wie deine Kunden die Ware im Laden anschauen, in die Hand nehmen, benutzen und sogar anprobieren, solltest du auf deiner Website eine Vielzahl von Bildern aufnehmen, um genau dieses Erlebnis zu simulieren.

Wenn du z. B. Kleidung fotografierst, solltest du das Kleidungsstück allein – also ausgebreitet auf einer weißen Fläche – sowie auf einer Schaufensterpuppe aufnehmen, deren Farbe einen Kontrast zur Farbe des Produkts bildet.

Für weitere Fotos kannst du das Kleidungsstück einer Person vorführen und das Produkt aus verschiedenen Posen und Winkeln fotografieren.

Aufbau der Produktfotografie

Als Nächstes fassen wir zusammen, was wir gerade erfahren haben – hier ist eine Liste mit schnellen Tipps zum Einrichten der Produktfotografie, die du deinem Team weitergeben kannst:

Entscheide dich für eine Kamera – egal, ob du dein Smartphone verwendest oder nicht.

Besorge dir ein Stativ, das für die Kamera deiner Wahl geeignet ist.

Entscheide dich für natürliches oder künstliches Licht – überlege, welche Option für dein Produkt und deine Umgebung am besten geeignet ist.

Entscheide, ob du mit Aufhell- oder Gegenlicht fotografieren willst.

Wähle den Schwenk- oder Porträtmodus.

Mache mehrere verschiedene Bilder, um deinen Betrachtern Abwechslung zu bieten.

Beginne mit deiner Produktfotografie

Fühle dich nicht verpflichtet, alle Tipps und Ausrüstungsgegenstände auf einmal zu kaufen. Wende diese Tipps zur Produktfotografie nach und nach an, um herauszufinden, wie dein Laden am besten aussieht und ändere deine Herangehensweise, wenn du deine fotografischen Fähigkeiten verbesserst.

Amelie

Hi, ich bin Amelie und möchte liebe das Fotografieren. Schon mit 10 Jahren schenkte mir mein Großvater eine Digitalkamera und ich begann, alles zu knipsen, was mir vor die Linse kam. Jetzt möchte ich die besten Bilder aus meinem Alltag und von Reisen festhalten. Dazu findest du immer einige nützliche Informationen zu den Motiven.

Schau dich gern auf meinem Blog um!

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