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Weingläser – ein Genuss für Auge und Gaumen – was Licht & Optik bei Verkostungen für eine Rolle spielen

Weingläser sind ein Muss für jede Weinverkostung. Sie vergrößern den Wein, bringen seine Aromen zum Vorschein und sind in allen Formen und Größen erhältlich. In diesem Artikel stellen wir dir dieses wichtige Element in der Welt des Weins vor. Wir sprechen hier nicht über billige Shotgläser im Set für die nächste Fete, sondern über etwas Feines, also spitze deinen Gaumen und öffne deine Augen…

Die kurze Geschichte des Weinglases

Die Weingläser, wie wir sie heute kennen, tauchten erst zu Beginn des 14. Damals waren sie ein Ausdruck des venezianischen Know-hows von der Insel Murano, die sie in ganz Europa exportierte.

Danach, im 18. Jahrhundert, probierten die Menschen in Frankreich manchmal mehrere Weine während einer Mahlzeit. So wurde im 19. Jahrhundert das Gläserservice populär. Jedes Glas hatte dann seinen eigenen Verwendungszweck. Außerdem wurde das Glas zu dieser Zeit demokratischer und war nicht mehr ausschließlich der Bourgeoisie vorbehalten, sondern wurde immer häufiger verwendet.

Außerdem war Claus Riedel im 20. Jahrhundert der Erste, der einen Zusammenhang zwischen der Form des Weinglases und seinem Einfluss auf die Verkostung erkannte. Daraufhin änderte er den Stil der Weingläser komplett und entwickelte geblasene, ungefärbte und sehr dünne Gläser. Danach brachte er die “Sommeliers”-Kollektion auf den Markt, die erste Serie von Gläsern, die auf dem Stil und dem Charakter des jeweiligen Weins basieren. Mit anderen Worten, dies markiert einen Wendepunkt in der Glasherstellung für Wein. Auch heute noch ist Riedel eine der weltweit führenden Glasmarken.

Die Struktur des Weinglases

Drei Hauptelemente bilden das Weinglas: der Stiel, der Fuß und die Schale. Andere Elemente, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, haben ihre Bedeutung. Das werden wir im Folgenden sehen.

Beginnen wir mit den Hauptelementen:

Der Stiel, der auch als Fuß bezeichnet wird, sorgt für das Gleichgewicht des Glases.

Der Fuß verbindet den Stiel mit dem Glasbehälter. Dieses Element ermöglicht es dir, dein Glas während der Verkostung zu halten.

Die Schale (auch Kelch genannt) stellt das Gefäß dar und ermöglicht das Einschenken des Getränks.

Kommen wir nun zu den nächsten Elementen:

Der Kelch ist der untere Teil der Schale, der für die Sauerstoffzufuhr des Weins sorgt. Er kann verschiedene Formen annehmen (rund, gerade, etc.).

Die Schulter ist der breiteste Teil der Schale. Sie sorgt dafür, dass sich die Aromen des Weins entfalten können. Der Stiel, der obere Teil der Schale und schmaler als der Rest, verhindert, dass die Aromen entweichen.

Der Rand der Schale schließlich, an dem du deine Lippen anlegst, beeinflusst den Geschmack des Weins, wenn du ihn probierst.

Alle diese Elemente zusammen ergeben die unverwechselbare und erkennbare Form der Weingläser.

Die Wahl deines Weinglases

Während der Verkostung werden drei unserer Sinne aktiviert: Sehen, Riechen und Schmecken. Und das Weinglas spielt für jeden von ihnen eine entscheidende Rolle. Einige Eigenschaften sind bei der Wahl des Glases besonders wichtig.

Die Wahl der Transparenz

Die Transparenz beeinflusst die visuelle Analyse. Es ist nämlich wichtig, die Farbe und das Gewand des Weins zu sehen, um die Verkostung richtig einschätzen zu können.

Die Größe und Form des Glases, die die geschmackliche und olfaktorische Analyse beeinflussen. Wenn zum Beispiel der Durchmesser des Behälters größer ist als die Öffnung, breiten sich die Aromen (flüchtige Moleküle) des Weins aus und erreichen die Nase des Verkosters. Achte jedoch darauf, dass die Öffnung nicht zu eng ist, da die Aromen dann nicht wahrgenommen werden.

Sei vorsichtig bei der Wahl des Glases, denn auch seine Dicke spielt eine Rolle bei der Verkostung. Für eine optimale Geruchsanalyse muss der Rand so dünn wie möglich sein. Je feiner er ist, desto mehr läuft der Geschmack durch deinen Mund.

Ein paar Grundregeln, die du bei der Auswahl und Aufbewahrung deiner Weingläser beachten solltest

Natürlich willst du das Beste aus deinen Weinverkostungen herausholen, deshalb hier ein paar Tipps, damit dir das gelingt.

Verkoste gute Weine nicht in einfachen Wassergläsern

Es ist nämlich wichtig, dass du dein Glas am Fuß hältst, erstens, um unerwünschte Fingerabdrücke zu vermeiden, und vor allem, um zu verhindern, dass sich der Wein erhitzt, wenn du das Glas an der Schale hältst.

Du kannst mit Kristallgläsern Wein viel besser und ansehnlicher verkosten als mit billigen Gläsern von Ikea. Nimm auch keine getönten Gläser, denn die Farbe deines Weins zu sehen, ist Teil der visuellen Analyse einer Verkostung.

Wasche die Gläser nur mit warmem Wasser, ohne Reinigungsmittel oder Seife. Auch die Spülmaschine sollte vermieden werden.

Wische die Gläser sofort nach dem Spülen ab, damit keine Kalkspuren zurückbleiben.

Was die Größe der Gläser angeht, so ist es nicht nötig, Gläser in XXL-Größe zu verwenden, da diese für die Aromen des Weins während der Verkostung schädlich sind.

Reinigung der Gläser

Merkmale nach Weinsorten

Es gibt Dutzende verschiedene Arten von Weingläsern. Wenn du aber nur 3 zu Hause haben musst, wähle ein Rotweinglas, eines für Weißwein/Rosé und eines für Schaumwein.

Rotweingläser

Das Rotweinglas sollte groß genug sein, um eine gute Belüftung zu ermöglichen, damit sich alle Aromen entfalten können. Das Glas muss nicht nur unten breiter, sondern auch oben schmaler sein, damit alle Aromen in der Nase und im Mund wahrgenommen werden können. Beim Servieren solltest du nicht mehr als 50 % des Glases ausschenken.

Wenn du einen konzentrierten Wein trinkst, ist die Belüftung umso wichtiger, weil seine Aromen weniger flüchtig sind (vor allem Aromen von reifen Früchten und Gewürzen).

Weiß- und Roséweingläser

Das Weiß-/Roséweinglas hat die gleiche Form wie das Rotweinglas, d.h. ein eher breites Gefäß, aber eine stärker ausgestellte Spitze. Was die Größe angeht, muss es ein kleineres Fassungsvermögen haben, um den Wein zu erneuern (es ist wichtig, den Wein frisch zu halten). Außerdem sollte er nicht mehr als ein Drittel gefüllt sein, damit er immer frisch bleibt. So kann der Wein im Glas häufiger erneuert werden.

Sektgläser

Das Sektglas muss tulpen- oder flötenförmig sein, damit das Sprudeln des Weins erhalten bleibt. Sei vorsichtig mit Gläsern, die die Bläschen nicht zurückhalten. Beim Servieren kannst du dein Glas zu zwei Dritteln füllen.

Gläser je nach Alter des Weins

Für einen alten Wein wählst du eine schmale Glasöffnung, die die Aromen im Glas einfängt. Im Gegensatz dazu solltest du bei einem jungen Wein eine etwas breitere Öffnung bevorzugen, damit die Aromen schneller freigesetzt werden können, wenn der Wein mit Luft in Berührung kommt, und eine breite Schale, um die Belüftung zu erleichtern.

Gläser nach Weinregionen

Jede Weinbauregion wird durch ein Glas “repräsentiert”, das es ermöglicht, alle Aromen des dort produzierten Weins zu schmecken und zu genießen. Dazu gehören die repräsentative Burgunderschale, die schlanke Form des Bordeaux, die Champagnerflöte oder der grüne Fuß des Elsass.

Fazit

Wenn es für jede Weinsorte ein passendes Glas gibt, hat das seinen Grund. Die Form des Glases kann nämlich einen essenziellen Einfluss auf die Wahrnehmung des Weingeschmacks haben. Es wäre interessant zu sehen, ob ein und derselbe Wein je nach dem Glas, in dem er serviert wird, auch gleich schmeckt. Deshalb ist die Wahl des Glases eines der wichtigsten Elemente für eine erfolgreiche Verkostung, insbesondere für die Belüftung. Versuche zum Beispiel, einen hervorragenden Wein in einem Plastikbecher zu trinken (ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die Umwelt). Die Chancen stehen gut, dass er seinen Charakter verliert!

Amelie

Hi, ich bin Amelie und möchte liebe das Fotografieren. Schon mit 10 Jahren schenkte mir mein Großvater eine Digitalkamera und ich begann, alles zu knipsen, was mir vor die Linse kam. Jetzt möchte ich die besten Bilder aus meinem Alltag und von Reisen festhalten. Dazu findest du immer einige nützliche Informationen zu den Motiven.

Schau dich gern auf meinem Blog um!

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